Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

Ausgangssituation

Rechtliche Rahmenbedingungen

Durch die Gesundheitsstrukturreform 2000 wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2000 die gesetzliche Verpflichtung zur Qualitätssicherung erheblich erweitert. Seither werden alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen für die Qualität und die Sicherung der Qualität ihrer Leistungen in die Verantwortung genommen (§ 136-137 SGB V). Das Gesetz verpflichtet die Leistungserbringer ferner, die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes, berufsgruppen- und bereichsübergreifendes Qualitätsmanagement zu erfüllen.

Mit dem Fallpauschalengesetz wurden Krankenhäuser und Kliniken verpflichtet, erstmalig im Jahre 2005 einen Qualitätsbericht mit Ergebnissen aus dem Jahr 2004 vorzulegen und diesen alle zwei Jahre fortzuschreiben.

Die Einführung von strukturiertem Qualitätsmanagement ist somit eine Forderung, vor der alle Kliniken stehen.

Zertifizierungs- und Bewertungsverfahren

Qualitätszertifizierungs- und Bewertungsverfahren unterliegen einer raschen Weiterentwicklung. Bisher kamen u.a. folgende Zertifizierungs- und Bewertungsverfahren in Einrichtungen des Gesundheitswesens zur Anwendung:

Das Qualitätsmodell der KTQ® wurde als spezielles Zertifizierungsmodell für Deutsche Akutkrankenhäuser und Kliniken entwickelt. Hinter diesem Modell stehen u.a. die Vertreter der Kassen (VdAK/AEV, AOK), der Ärzteschaft (Bundesärztekammer BÄK), der Pflege (Deutscher Pflegerat) sowie die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG).

Aktuell haben ca. 120 Krankenhäuser die KTQ®-Zertifizierung erfolgreich abgeschlossen, und mindestens 700 weitere Häuser in Deutschland bereiten sich auf die Zertifizierung vor.

Einführung von QM: Spagat zwischen Erfüllung rechtlicher Vorgaben und effektiver Prozessoptimierung

Jede Klinik, die den Aufbau eines strukturierten QM-Systems plant, steht vor folgendem Konflikt:

Die DEKG steht als Berater in ihren Projekten direkt in diesem Spannungsfeld. Wir haben hierbei folgendes gelernt:

Auf dieser Basis steht der Beratungsansatz der DEKG. Wir arbeiten u.a. aktuell gemeinsam mit 9 Kliniken in einem Qualitätsverbund am Aufbau und an der Weiterentwicklung von Qualitätsmanagement. Unser Ansatz lebt aus der Praxis. Hierbei stehen auch wir gemeinsam mit den Kliniken in einem kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess.

 Beratungsansatz

Arbeitsmethodik bei QM-Projekten

Die DEKG bindet von Projektbeginn an Führungskräfte und Mitarbeiter in alle relevanten Arbeitsschritte ein. Über die Form der Workshop-Arbeit wird eine hohe Identifizierung der Teilnehmer mit dem System erreicht. Ziele, Know-how und fachliche Qualifikationen von Führungskräften und Mitarbeitern fließen so in das Projekt ein. Hieraus entstehen Motivation, Engagement und praxisbezogener Nutzen.

Vorhandene und bewährte Qualitätsbausteine werden in die Projekte integriert, um Doppelarbeiten zu vermeiden. Der Schwerpunkt wird auf Elemente gelegt, die eine nachhaltige Organisationsentwicklung fördern.

 Verantwortung des Beraters

Verantwortung der Führung

Aus der Entscheidung für einen gelebten QM-Ansatz leiten sich für die Führung folgende Konsequenzen ab:

 

Beispiel für eine Projektorganisation

Projektorganisation Qualitätsmanagement

Die DEKG empfiehlt schlanke Organisationsformen. In bisherigen Projekten hat sich folgende Form der Projektorganisation zum Aufbau von Qualitäts­management bewährt:

 

 

Die Funktionsträger übernehmen beim Aufbau und der Weiterentwicklung von QM im wesentlichen folgende Aufgaben:

Klinikleitung

Der Klinikleitung obliegt die Entscheidung zum Aufbau bzw. Ausbau des QM-Systems. Mitglieder der QM-Projektleitung sowie Qualitäts­managementbeauftragte (QMB) werden durch die Klinikleitung berufen und erhalten einen Projektauftrag. Die Klinikleitung gibt die erforderlichen Ressourcen für die Durchführung der Projektphasen frei. Der Leitung kommt bei allen Projektphasen eine Vorbildfunktion zu.

QM-Projektleitung

In bisherigen Projekten hat sich folgende Zusammensetzung der QM-Projektleitung bewährt: ein Vertreter der Geschäftsführung, die Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB), ein Mitarbeitervertreter, Vertreter der drei Berufsgruppen (Ärzte, Pflege, Verwaltung) sowie ein Vertreter des Controllings. Die QM-Projektleitung ist Steuerorgan für die durchzuführenden Projektschritte. Sie bindet je nach Bedarf und in Abstimmung mit der Klinikleitung internen und externen Sachverstand ein.

Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB)

Die Position der QMB ist der Klinikleitung zugeordnet (Stabstelle oder Referat). Für die Durchführung des QM-Projektes nehmen die QMB eine Schlüsselfunktion ein. Die QMB sind Mitglied der QM-Projektleitung, koordinieren interne Arbeitsschritte sowie die Integration von Lösungsvorschlägen in die QM-Dokumentation.

Die QMB sind für die Sicherstellung der methodischen Umsetzung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses und die stetige Weiterentwicklung des hausinternen QM-Systems verantwortlich. Sie sind nicht für die Ergebnisqualität verantwortlich.

Interne Auditoren oder Kriterienverantwortliche

Interne Auditoren bzw. Kriterienverantwortlichen koordinieren Datenerhebungen zur Analyse der Ist-Situation und zur Erstellung von Qualitätsberichten. Sie unterstützen die QMB bei der Ist-Analyse durch interne Audits bzw. bei der KTQ®-Selbstbewertung und leiten aus den Ergebnissen Themenvorschläge für Projekt- und Qualitätsteam-Arbeit als Input für die Zielplanung ab. Sie erstellen Bausteine für interne Qualitätsberichte (im Falle einer KTQ®-Zertifizierung: der KTQ®-Selbstbewertungsberichte).

Moderatoren und Qualitätsteams

Qualitätsteams werden themenbezogen gebildet und erarbeiten in einem vorgegebenen Zeitraum prozessorientierte Lösungsvorschläge zu einer konkreten Aufgabenstellung. Ein Team besteht i.d.R. aus einem geschulten Moderator sowie fachkompetenten Mitarbeitern aus den betroffenen Bereichen/Abteilungen. Die Moderatoren sind für die Arbeitsmethodik und Einhaltung der vereinbarten Rahmenbedingungen gemäß Projektauftrag für das Team verantwortlich. Sie präsentieren die Ergebnisse bei der Geschäftsführung bzw. Projektleitung.